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Distanzritt Frauenfeld 50km, 02.04.2011
Endurance Saison-Auftakt 2011
Text: Jenny Commons, Fotos:
www.earlybirdphotos.com
Natan war bereits
im Paddock und frass Heu, als ich ankam. Das Auto und den Anhänger
hatten wir bereits am Vorabend gepackt und so konnten wir Natan nur noch
einladen und somit fuhren wir kurz vor 8 Uhr los nach Frauenfeld. Es war
richtig schön, mal nicht so früh aufstehen zu müssen für einen
Distanzritt.
Um 9 Uhr erreichten wir die Frauenfelder Allmend. Während Sibylle Natan
putzte, holte ich meine Startnummer im Sekretariat ab und inspizierte
die Anlage und schaute, wo was war. Da wir im Verhältnis zu anderen
Startern schon eher spät angekommen sind (da späte Startzeit), haben uns
Freunde einen Platz im Grooming Area reserviert. Kurz nach uns
erreichten auch Claudia und Naemi mit Kigali das Gelände.
Gemütlich zeigten wir Natan in der Vorkontrolle den Tierärzten vor. Als
die Tierärztin beim pulsen etwas verwirrt auf die Uhr und ihr Stethoskop
schaute wussten wir genau, dass Natan wohl wieder einen super tiefen
Puls hat. Und so war es auch: 24 (kein Schreibfehler, es war wirklich
vierundzwanzig). Das Vortraben verlief ziemlich zügig – Natan war ready
to go. Auch die Vorkontrolle von Kigali verlief einwandfrei und so
machten wir uns gemütlich ans satteln.
Kurz vor 11 Uhr hatten Naemi und ich unsere Pferde warm geritten und
gingen an den Start. Drei, zwei, eins los – endlich der Startschuss zur
Saison 2011! Im zügigen Trab verliessen wir also das Rennbahngelände auf
die erste Schlaufe von 30 Kilometern. Nach rund 3 Kilometern kamen wir
auf den ersten gekiesten Weg und wir konnten im Galopp loslegen. Beide
Jungs waren ziemlich guckig und mussten glotzen – der eine mehr, der
andere weniger *smile*. Am ersten Groompoint wollten beide Pferde nichts
vom Wasser wissen, also ging es nach einem kurzen Stopp gleich weiter.
Wir galoppierten lange auf dem Thur-Damm entlang – es war so richtig
herrlich! Es war schon ziemlich warm (wenn nicht sogar heiss), aber
erstaunlicherweise wurden die Pferde nicht sonderlich heiss.
Zwischendurch wehte ein kühles Lüftchen.
Natan hatte ein tolles Mittelmass gefunden – er hat nicht gezogen,
musste aber auch nicht getrieben werden. Es war einfach alles super
locker.
Die Strecke verging wie im Flug und schon bald hatten wir den Wendepunkt
erreicht, überquerten die Thur und galoppierten auf der anderen Seite
wieder in Richtung Frauenfeld. Da trafen wir dann auch einen der beiden
Fotografen von Earlybirdphots an – Natan fand ihn unheimlich gefährlich
und zog eine Vollbremse. Auch beim zweiten Groompoint (sowie sämtlichen
Brunnen unterwegs) wollte Natan nichts von Wasser wissen. Der Saustall,
an welchem wir vorbei mussten, war auch kein Thema (soll mal einer die
Pferde verstehen…).
Kurz vor dem Ende der ersten Schlaufe mussten wir eine lange Brücke über
die Thur überqueren. Beide Pferde liefen anstandslos über die schmale
lärmige Brücke. Super! Nach 1h 34min (19.02 km/h!) erreichten wir die
Ziellinie der ersten 30 Kilometer. Sofort ging es ab zum Wasser –
kühlen, kühlen, kühlen. Und auch dann wollte Natan nichts trinken. Nach
wenigen Minuten war Natan’s Puls unter 64, jedoch hatten wir alle etwas
Mühe bei Kigali den Puls abzuhören. Nach 11 Minuten gingen wir ins
Vet-In. Die Zeit wurde gestoppt bei 1h 45min (17.06 km/h). Natan’s Puls
lag dann bei 56 und der Gang wurde mit „A“ beurteilt. Auch bei Naemi und
Kigali verlief die Kontrolle gut und wir konnten in die verdiente Pause
von 40 Minuten. Auch dann hatte Natan kein Interesse an Wasser.
Kurs nach 13 Uhr starteten wir auf die zweite Schlaufe von 20 Kilometer.
Wir wussten genau, zu welchem Zeitpunkt wir frühestens die 2
Kilometer-Marke passieren dürfen, damit wir nicht disqualifiziert werden
wegen zu schnellem reiten. Zügig gingen nahmen wir also die letzten 20
Kilometer in Angriff. Natan hatte dann relativ bald ein bisschen „einen
Hänger“ – er lief zwar im selben Tempo wie Kigali, wollte aber partout
nicht neben ihm galoppieren, sondern hinterher. Also liess ich ihn. Der
Abstand wurde teilweise etwas grösser und dann wieder kleiner, was ihn
aber nicht zu stören schien.
Schon bald hatten wir den Wendepunkt erreicht und waren immer noch zügig
unterwegs. Am Groompoint begann dann Natan endlich zu trinken – 1 ½
Kessel. Auch Kigali trank und wir konnten in Ruhe noch etwas kühlen. Es
waren viele Pferde gleichzeitig an diesem Groompoint, aber Natan liess
sich durch die Hektik und die vielen fremden Pferde nicht beeindrucken.
Viel zu schnell waren wir auch schon wieder bei der 2 Kilometer-Marke
angekommen und machten einen Halt. Wir begannen zu rechnen – 2 Kilometer
im ruhigen Schritt wären 20 Minuten. Wir dürften also frühestens um
14.28 Uhr los reiten. Dann dachten wir aber daran, dass die letzten paar
hundert Meter auf der Rennbahn (Wiese) seien und wir dann nicht so genau
wüssten, ob unsere Pferde dann wirklich Schritt machen würden (in
anbetracht dessen, dass uns da auch Pferde im Galopp überholen könnten).
Also entschlossen wir uns erst um 14.33 oder später los zu reiten. Da es
aber erst 14.13 Uhr war, hatten wir 20 Minuten Zeit unsere Pferde im
Schatten zu führen und etwas grasen zu lassen. Viele dumme Bemerkungen
mussten wir uns anhören von Reitern, die wir auf der zweiten Schlaufe
überholt hatten. Tja, jedem das Seine.
Um 14.33 machten wir uns gemütlich wieder startklar und ritten im
Schritt in Richtung Ziel. Auf der Wiese konnten wir dann wieder etwas
traben und als wir sahen, dass die Zeit in Ordnung ist, konnten wir auch
im Galopp ins Ziel reiten. 47 Sekunden über der Zeit (3h 20min 47s)
überquerten wir die Ziellinie.
Wir kühlten unsere Pferde wieder fleissig, führten sie herum, damit sie
nicht steiff wurden und boten ihnen Wasser an. Natan war aufgetankt und
hatte daher wieder null Interesse an Wasser (höchstens um damit zu
spielen und zu planschen…). Nach 13 Minuten gingen wir zur
Schlusskontrolle. Ich hatte einen Schlusspuls in den Ende Vierzigern
erwartet, da es 25 Grad war und wir doch ein sehr hohes Tempo geritten
hatten – aber ich wurde positiv überrascht. Schlusspuls 42! Die
Gangkontrolle verlief ebenfalls einwandfrei und wir hatten den Ritt
somit erfolgreich bestanden. Auch Naemi und Kigali kamen auch gut durch
die Schlusskontrolle mit einem Puls von 46. Wir haben uns alle sehr
gefreut!
Für uns und unsere Pferde war dies ein super Training für den kommenden
Ritt in Gossau (Naemi und Kigali reiten die Junioren-SM 90km, Natan und
ich den EVG4 90km). Umso schöner noch, als Natan und ich mit dem zweiten
und Naemi und Kigali mit dem fünften Rang belohnt wurden. Es war ein
super toller Ritt und Natan und ich hatten viel Freude an unserer
Begleitung. Danke meinem Groom Sibylle für das immer treue groomen!
Danke Claudia, Naemi und Kigali für die Begleitung – es war toll mit
euch unterwegs zu sein!

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