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Distanzritt Wehntal 2010 - CEN* 82km

Um 5 Uhr klingelte Alex’s Wecker – Zeit zum aufstehen. Die Nacht hatten wir auf der Luftmatratze in Alex’s Auto verbracht, direkt neben den Stallungen. Während Alex Santos (Rufname von Asterix) fütterte und dann mit ihm Richtung Turnierplatz ging, fuhr ich mit dem Wagen voraus um dort die Startnummer und Checkkarte entgegen zu nehmen. Dort habe ich dann auch gleich meine Grooms angetroffen. Die Vorkontrolle um 6 Uhr verlief gut – abgesehen davon, dass aus dem Vortraben ein Vor-hüpfen wurde. Santos war total fit und hätten wir ihn los gelassen, wäre er wahrscheinlich ohne mich auf die Strecke gestartet ;-)

Pünktlich um 7 Uhr fiel für die acht Starter der Startschuss auf die ersten 35 Kilometer. Alex hatte mir gesagt, ich sollte mich an eine bestimmte Reiterin halten, da sie mit viel Verstand ritt. Als der Start frei war, war diese Reiterin noch nicht mal auf dem Pferd, daher entschied ich mich, mit dem Pulk los zu reiten, Santos dann später zurück zu nehmen und mich von ihr einholen zu lassen. Zu sechst ritten wir also im Pulk vorne weg, die anderen zwei blieben einiges zurück. Schon nach knapp zwei Kilometer hatten sich die ersten zwei Reiter abgesetzt. Aber auch in der Gruppe in welcher Santos und ich uns befanden, war das Tempo sehr hoch. Bergauf bremste ich ihn etwas ab und beim runter reiten holte ich die anderen Reiter immer wieder auf. Da dies sich dann als total mühsam entpuppte und Santos es nicht lustig fand, immer wieder von der Gruppe getrennt zu werden und dann wieder aufzuholen, bremste ich ihn. Schliesslich würden die anderen zwei Reiter mich bald einholen.

Naja, falsch gedacht. Die beiden Reiter waren lange Zeit nirgends zu sehen. Als wir über 500 Meter über Meer gelangen versanken die Reitwege im tiefsten Nebel. Weit sah man nicht, es war kalt und sehr feucht. Auf Santos Härchen in den Ohren bildeten sich sogar Wassertröpfchen. Als wir in den Wald ritten und ein paar wenige Sonnenstrahlen durch den Nebel in den Wald schienen, fühlte ich mich wie Alice im Wunderland. Die Stimmung war einfach so unglaublich schön! Gegen Ende der ersten Schlaufe hören wir plötzlich Hufgetrampel hinter uns – es war die eine Reiterin welche nach mir gestartet war, jedoch nicht die Reiterin, an welche ich mich eigentlich anhängen sollte. Sie ritt zügig im Galopp den Hügel hinauf und wir schafften es nicht uns ihr anzuhängen, also ritten wir alleine weiter. Rund 3 Kilometer vor dem Ziel holte uns ein junger Reiter aus dem EVG4 auf, an welchem wir uns dann auch gleich anhängten.

Nach knapp 2 ½ Stunden erreichten wir das Ende der ersten Schlaufe und waren 7 Minuten im Vet Gate. Santos Werte und Gang waren okay und somit konnten wir in die verdiente Pause. Mehr oder weniger gleichzeitig kam meine Kollegin vom EVG4 ins Vet-Gate, somit entschieden wir die nächste (die anspruchvollste) 21km Schlaufe gemeinsam zu reiten. Die Strecke ging lange steil bergauf – nach kurzer Zeit holten wir die Reiterin auf, welche mich vor dem Ende der ersten Schlaufe noch so zügig überholt hatte. Schlussendlich kam dann noch einen Reiter aus dem EVG4 hinzu und wir kragselten zu viert den Berg hoch. Oben angekommen machten wir eine kurze Pause und liessen die Pferde an einem Brunnen trinken. Danach ging es den Berg wieder runter und die beiden Reiter auf den Schimmeln verabschiedeten sich und ritten schnell den Berg hinunter. Die einen Kieswege da waren sehr rutschig und Santos wäre beinahe hingefallen, weil er ausgerutscht ist. Meine Kollegin und ich haben also das Tempo bergab etwas gedrosselt, schliesslich sind uns unsere Pferde wichtiger als eine gute Klassierung.

Nach 1 Stunde 40 Minuten erreichten wir das Ende der zweiten Schlaufe. Nach wieder etwas mehr als 7 Minuten erreichten wir das Vet-Gate. Auch hier war Santos’ Puls gut, sein Gang auch, die Darmgeräusche waren jedoch etwas reduziert. Die Pause wurde für alle EVG4 und CEN* Reiter um 10 Minuten verlängert, dafür wurde ein Re-Check angeordnet. Santos musste also in der Pause fleissig fressen. Auch im Re-Check war alles gut (inkl. Darmgeräusche) und wir machten uns bereit für die letzten 26km. Da meine Kollegin viel früher in den Vet-Check konnte, ritt sie früher los als sie. Auch die Reitern, welcher ich mich hätte anhängen sollen, war nun vor mir. Ich nahm mir also fest vor, die Reiter vor mir einzuholen, damit wir nicht alleine reiten mussten. Wieder ging es zuerst den Berg hoch und da zog Santos auch den ersten Vollstopp. Da hatte es im Gebüsch einen Brunnen, der ich gar nicht gesehen hatte, Santos aber schon. Fleissig trank er. Dann ging es im flotten Trab weiter. Oben angekommen konnten die Reiter vor mir viel Tempo gut machen, da die Strecke dann sehr einladend war für einen Galopp. Santos, der es bevorzugt zu traben, gab sich viel Mühe zügig zu laufen. Aber nach rund 8 Kilometer zog er erneut die Handbremse. Wir haben dies dann ausdiskutiert und sind ruhig weiter geritten ;-)

Die letzte Schlaufe kam mir einfach unendlich lange vor und es war mittlerweile auch sehr warm. Nach 20 Kilometer holte uns eine Reitern vom EVG2 auf. Ihr Pferd war unmotiviert und wollte auch nicht mehr fleissig laufen. Wir taten uns also zusammen und ritten die letzten 6 Kilometer gemeinsam. Wir konnten sogar unsere Pferde noch für einen Galopp motivieren und die beiden liefen sehr entspannt miteinander.

Nach etwas mehr als 2 Stunden erreichten wir glücklich das Ziel. Santos wurde fleissig gekühlt und nach 10 Minuten zeigten wir ihn in der Schlusskontrolle vor. Er wies einen Puls von 50 auf, was somit auch der tiefste Puls des ganzen CEN* war. Sein Gang war auch ein „A“ und somit hatten wir den CEN* bestanden! Zuerst wurde Alex ganz doll geknuddelt und dann Santos auch. Und dann alle Grooms und Freunde. Es war ein einfach unglaublicher Ritt, anspruchsvoll, aber absolut toll! Vielen Dank Alex, dass du mir deinen super Fribi zur Verfügung gestellt hast!

Fakten über den CEN* Wehntal: Wir ritten die 35km mit 13.5 km/h, die 21km mit 11.97 km/h und die 26km mit 12.68 km/h. Die Siegerin kam 30 Minuten vor uns ins Ziel. Santos hatte den tiefsten Schlusspuls des ganzen CEN* und über die ganze Prüfung hinweg hatte er die zweitbesten Vet-In Zeiten. Er ist einfach ein Super-Pferd!! Wir sind durchgekommen und Santos ist gesund und fit durchgekommen und das ist ja das Wichtigste 8) :D

PS: und somit habe ich meine 1'000km Marke geknackt!


Mit Asterix über die 82 Kilometer
 

© Midnight-Designs